Versicherung
Jeder Mensch geht im alltäglichen Leben Risiken ein und begibt sich in Situationen, die ihm schaden könnten. Das gilt bereits, wenn er morgens das Haus verlässt und sich in sein Auto setzt oder die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt, um zur Arbeit zu kommen. Auf dem Weg dorthin könnte er verletzt werden und einen Unfall verursachen, während in seiner Abwesenheit das Haus niederbrennt. Auch, wenn es selten zu solchen Extremfällen kommt: Das Risiko besteht immer. Aus diesem Grund gibt es die Versicherung. Sie soll den Versicherungsnehmer davor schützen, sich durch alltägliche Risiken und Gefahren in ernsthafte Problemsituationen zu bringen und dient vor allem der finanziellen Absicherung.
Das Prinzip der Versicherung
Versicherungen aller Art liegt ein einfaches Funktionsprinzip zugrunde. Die Gesellschaft selbst, die die Versicherung anbietet, stellt einen Geldtopf dar. Die Versicherungsnehmer zahlen einen monatlichen Beitrag ein, der im Geldtopf gesammelt wird. Wenn der Versicherungsfall eintritt, kann der vorher vereinbarte Betrag aus dem Geldtopf entfernt und ausgezahlt werden. Die Versicherung funktioniert deswegen, da der Schadensfall nur bei einem Bruchteil der versicherten Mitglieder eintritt. Viele zahlen lediglich ein, ohne jemals Leistungen zu beziehen. Auf diese Weise kann sich die Versicherungsgesellschaft selbst finanzieren und gleichzeitig die Schadensfälle der Versicherungspartner tragen.
Entwicklung und Geschichte der Versicherung
Die ersten echten Versicherungen in Deutschland entwickelten sich zur Zeit Bismarcks. Vorher hatte es keine Form der Versicherung gegeben, jeder Mensch war auf sich allein gestellt gewesen. Allerdings hatte die fortschreitende Industrialisierung in Deutschland dafür gesorgt, dass sich nicht mehr jeder selbst im Alter absichern konnte: Die Zeiten, in denen der Bauer sein Feld und seine Kinder hatte, um sich im Alter mit Nahrung und Pflege abzusichern, waren vorbei. Stattdessen herrschte die Arbeit in der Fabrik vor, die ab einem gewissen Alter nicht mehr durchgeführt werden konnte und das Risiko der Verletzung oder Berufsunfähigkeit mit sich brachte. Deswegen wurden nach und nach Krankenversicherung, Berufsunfähigkeits- und Rentenversicherung in Deutschland eingeführt. Die Versicherungswirtschaft entwickelte sich mit der Zeit immer weiter. Es entwickelten sich nicht nur neue Arten der Versicherung, die sich an die jeweiligen gesellschaftlichen Anforderungen anpassten, sondern auch unterschiedliche Arten innerhalb einer Gruppe von Versicherungen. So ist es heute beispielsweise möglich, sich gesetzlich oder privat gegen Krankheit versichern zu lassen.
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Versicherungen - gesetzliche Pflicht oder freiwillig?
Einige Versicherungen sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Die genauen Vorschriften lassen sich in Versicherungen unterteilen, die für jeden Menschen verpflichtend sind, und solche, die nur unter bestimmten Voraussetzungen eingegangen werden müssen. Die Krankenversicherung ist beispielsweise für jedermann Pflicht: Entweder gesetzlich oder privat muss sich jeder Bürger abgesichert haben. Die KFZ-Haftpflichtversicherung wiederum richtet sich nur an Personen, die tatsächlich ein eigenes Auto besitzen. Dann allerdings muss sie abgeschlossen werden, damit die Sicherheit auf den Straßen gewährleistet bleibt. Pflichtversicherungen werden als solche festgesetzt, da jeder Mensch sie braucht. Andernfalls kann er sich in finanzielle Schwierigkeiten bringen, die er alleine nicht bewältigen könnte. Daneben gibt es Versicherungen, die freiwillig abgeschlossen werden können und vom Staat nicht als Pflichtversicherung vorgeschrieben sind. Dazu gehören grundsätzlich Formen, die sich auf individuelle Risiken konzentrieren, die nur einen gewissen Personenkreis beschäftigen. Jeder muss selbst entscheiden, inwiefern die Versicherungspolice Sinn machen und eine wertvolle Absicherung darstellen würde.
Welche Versicherung macht Sinn?
Die Entscheidung für oder gegen eine Versicherung ist nie leicht. Einerseits dient die Versicherungspolice als wertvoller Risikoschutz - andererseits ist es meist unwahrscheinlich, dass der Schadensfall eintritt, und man könnte die Prämien auch besser in andere Dinge anlegen. Es gibt einige Formen der Versicherung, auf die man getrost verzichten kann, während sich andere wiederum lohnen.
Formen wie die Hausratsversicherung oder eine allgemeine Unfallversicherung sind grundsätzlich sinnvoll. Wenn das Geld für die monatlichen Beiträge ohnehin zur Verfügung steht, kann man sich auf diese Weise wirksam gegen alltägliche Risiken absichern. Je nach individuellem Lebensstil kann es sinnvoll sein, auch weitere Aspekte in der Versicherung berücksichtigen zu lassen - das hängt allerdings vom Einzelfall ab.
Versicherungen sollten sich allerdings nicht mit bereits bestehenden Policen überschneiden. In diesem Fall machen sie wenig Sinn und werden sich nicht lohnen. Auch, wenn das Risiko zu vernachlässigen oder der monatliche Beitrag extrem hoch liegt und nur mit Mühe beglichen werden kann, sollte man besser von der Versicherung Abstand nehmen.
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